สวัสดี Bangkok!

Bangkok. Eine unglaubliche Stadt. Hier konnte ich erstmals nachempfinden, was es heißt, einem Kulturschock zu erliegen. Ich glaube, wirklich verlieben kann man sich in diese Stadt nicht, es sei denn, man diniert in luftigen Höhen im Lebua Hotel mit Blick auf die glitzernden Hochhäuser. Zum Glück haben wir dies getan und ein paar Drinks waren auch noch im Spiel, damit ich mich am Ende doch noch dazu hinreißen lassen konnte, der Stadt auch ihre schönen Seiten zuzusprechen.

Wir landeten am Bangkok Airport und verglichen mit dem Changi Airport Singapur, der ca. 20 Mal in Folge zum weltbesten Flughafen erklärt worden war, verstrich einiges an Zeit, bis wir das Flughafengelände dann tatsächlich verlassen hatten. Wieder erwartete uns eine Person, mit Schildern unserer Namen wartend am Flughafenausgang und brachte uns zum Prince Palace Hotel. Die Fahrt dauerte ca. eine Stunde und das Hotelpersonal wies unseren Fahrer dazu an, uns zum Hintereingang des Hotels zu bringen. Auf den Straßen herrschte reges Treiben, es gab keine Gehwege oder Ampeln, überall standen kleine Speisewägen, auf denen verschiedenste Fleischsorten zubereitet wurden. Irgendwann hatte sich unser Fahrer dann durch das Chaos geschlängelt und übergab einem Hotelangestellten unsere Koffer. Es war ohrenbetäubend laut und ständig rief man uns „TUK-TUK?“ oder „Taxi? Grand Palace?“ entgegen und wir waren heilfroh, dem Trubel zu entkommen als wir schließlich den Hoteleingang ansteuerten.

Unsere Suite war auf dem 26. Stockwerk und wir hatten eine atemberaubende Aussicht. Auf dem Weg zu unserem Zimmer hielten uns Hotelfachkräfte die Türen auf und es schien, als beschränke sich ihre Arbeit allein darauf, Hotelgästen die Türen aufzuhalten und sie nett anzulächeln. Nachdem uns unsere Koffer gebracht worden waren, steuerten wir den nächsten Tuk-Tuk Fahrer an, der uns in seinem an ein Moped erinnerndem Gefährt mit winziger begitterter Beifahrerkabine hinter seinem Rücken zum nächsten Einkaufszentrum, dem MBK brachte. Natürlich erst nachdem wir, mit den Händen wild in der Luft rumfuchtelnd einen legitimeren Preis für die Fahrt ausgehandelt hatten. An dieser Stelle sollte ich wohl erwähnen, dass die Thais keinerlei Englisch sprechen oder gar verstehen können und die Kommunikation allein auf wilden Gestiken beruhen.

Dem Himmel sei Dank wartete im MBK Center dann eine Starbucks Filiale auf uns und wir heckten, einen Soja-Vanille-Cappuccino und einen Matcha Tee schlürfend, einen Plan für den Abend aus. Nachdem wir uns dafür entschieden hatten, den Abend auf der quirligen Kao San Road zu verbringen, erstand ich noch eine Touristen Sim Karte mit 4GB Datenvolumen und war schon etwas milder gestimmt, war ich doch etwas geschockt von den Straßen Bangkoks.

Schon musste dann das nächste mit Girlanden geschmückte Tuk-Tuk dran glauben und brachte uns für 100 Baht zur Kao San Road. Inzwischen war es dunkel geworden und wir ließen die Massen an Leuchtreklamen und die laute Musik der Hauptstraße aller Backpacker auf uns wirken. Alle zwei Meter wurde Nicolas von einem Mann angesprochen, der ihn dazu ermutigen wollte, sich einen maßgeschneiderten Anzug anfertigen zu lassen-mich rannte man dabei völlig über den Haufen, was ich mit einem gereizten Quitschen quittierte. Ich musste mir gut zureden, mich für die andersartigen Geflogenheiten, Geräusche und vor allem ekelerregend Gerüche zu öffnen und Bangkok einfach auf mich wirken zu lassen-ohne dabei die Nase zu rümpfen. Schließlich erstanden wir dann ein günstiges Tanktop, das mit einem Bild von Arnold Schwarzenegger bedruckt war und zwei traditionelle asiatische Reispflückerhüte. Alles zusammen für umgerechnet 10€.

Am nächsten Tag besuchten wir dann den größten Markt Asiens, den Chatuchak Wochenendmarkt, der zum Teil an deutsche Flohmärkte erinnerte und größtenteils unter Dächern zum Schutz vor der Sonne verlief. Wir hatten viel Spaß dabei, nach eifrigem Handeln die verrücktesten Sachen zu erstehen, wie z.B. Rucksäcke in knalligen Farben und verspielten Mustern, Fächer, bunte Tücher und Katzen-Portemonnaies. Als Snack kauften wir uns Ananas in Tüten, die wir beim Bummeln per Zahnstocher aßen.

Anschließend fuhren wir zum Grand Palace, einer unglaublich schönen Tempelanlage. Das Vordringen in die Anlage war schwerer als wir angenommen hatten, man musste sich per Pass ausweisen und die Taschen wurden kontrolliert. Außerdem durfte man weder Beine noch Schultern zeigen und jede Menge Touristen wurden vor dem Eingang grob abgewiesen. Ich hatte mir ein Tuch über die Schultern und das Dekolleté geschlungen, da ich nur ein Tanktop trug und auch ich wurde abgewiesen. Zum Glück hatte ich für einen solchen Fall noch ein extra T-Shirt in der Handtasche, sodass ich schließlich doch hereinkam. Im Innenhof blieb ich dann erstmal stehen und ließ die protzigen Säulen, goldenen Dächer und funkelnden Statuen auf mich wirken. Alles glitzerte, ein reiner Mädchentraum! Weniger traumhaft war allerdings die Masse an Touristen, darunter jede Menge Asiaten mit Selfie-Sticks, die sich in riesigen Truppen vor den prunkvollsten Eingängen positioniert hatten und nur selten einen Blick auf die imposanten Tempelwände frei gaben.

Nachdem wir dann eine kurze Snackpause an den Stufen am Fuße des Smaragdbuddhas einlegten und zum ersten Mal ein grünes KitKat probierten und für gut befanden, besuchten wir Wat Po. Der riesige liegende Buddha war in einem länglichem, kathedralartigem Gebäude untergebracht und ließ (sehr zu meinem Bedauern) nicht zu, dass man ihn in voller Pracht auf einem Foto hätte festhalten können. Während wir den ca. 20 Meter langen Buddha betrachteten, lauschten wir den stimulierenden Klängen von  fallenden Münzen. Das Verteilen eines Eimers voll Münzen war ein Ritual das auch viele Einheimische vollzogen.

Den Abend verbrachten wir in einem schönen Lokal am Chao Praya mit direktem Blick auf Wat Arun. Wir bestellten uns Pizza und Smoothies und genossen den Sonnenuntergang Bangkoks und die herrliche Atmosphäre nach all dem Trubel des Tages.

An unserem letzten Tag in Bangkok besuchten wir den Talin Chan Floating Market, eine mini Version vom großen, weltberühmten Floating Market Bangkoks. Er befand sich an einem Anlegeplatz für Longtail-Boote, die Klong-Touren anbot und war größtenteils überdacht. Hier befanden sich lauter Garküchen am Ufer oder sogar auf den Booten und man aß auf einem Bootssteg direkt am Kanal. Es spielte eine thailändische Bandgruppe traditionelle Musik ganz in der Nähe und man konnte außerdem Armbänder mit süßen Elefantenköpfen oder gemusterte Stofftaschen kaufen.

Für den Abend hatten wir uns einen Tisch in der Skybar im Lebua Hotel reserviert und nachdem uns der Taxifahrer zunächst zur falschen Skybar gefahren hatte, kamen wir an einem teuer aussehendem Hotel Eingang an, unser Taxifahrer bekam eine spezielle Karte und wir wurden noch etwas weiter gefahren, an einen Hintereingang, an dem wohl Stars und Sternchen abgesetzt wurden. Nur zu gern hätte ich mich auch hier für eine Nacht einquartiert, schließlich war hier Hangover 2 gedreht worden (ich konnte den Geruch von Hollywood quasi noch erschnüffeln!) Wir betraten einen Aufzug und eine Hotelangestellte in einem schicken Kostüm fuhr uns per Knopfdruck über die Wolken Bangkoks. Als wir den Aufzug verlassen hatten, brachte uns die nächste Angestellte zu einem atemberaubenden Außenbereich, der über einen ca. 10 Meter langen, beleuchteten Steg aus Glas zu erreichen war. Ich konnte kaum an mich halten, so sehr überwältigte mich der grandiose Ausblick auf die riesigen, glitzernden Wolkenkratzer. Am Ende des Steges erreichten wir ein ca. 2,5 Meter hohes und 6 Meter breites Dreieck mit einer großen runden Aussparung darin, die ebenfalls mit fliederfarbenem Licht ausgestrahlt wurde. Nur diese architektonischen Meisterleistung trennte uns von dem tiefen Abgrund. Eine Treppe führte uns dann zu der Bar, an der wir jeder zwei 18€ Cocktails tranken und uns an der Aussicht ergötzen. Das war mein persönliches Highlight von unserem Besuch in Bangkok, hatte ich doch vorher nie so glamourös diniert und eine solche Aussicht von dem sonst eher tristen und muffeligen Bangkok genießen können. Einfach phänomenal, das werde ich nie vergessen.

Danke fürs Lesen, Eure jasmineistraveling.


Ein Gedanke zu “สวัสดี Bangkok!

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