Interrail Tag 9: Sintra

Unglaublich, wie wunderschön Sintra doch war! Die Kleinstadt diente lange Zeit als Residenz des Adels, weswegen die Gegend von Schlössern, Palästen und Herrenhäusern nur so erstrahlt. Von Lissabon war es tatsächlich nur ein Katzensprung nach Sintra, so dass ich die Märchenstadt über die Linha de Sintra in nur 40 Minuten erreichte! Die Fahrt kostet Euch 2,20€ und Ihr könnt von den Bahnhöfen Oriente, Sete Rios und Entrecampos direkt durchfahren. Insgesamt sind es nur läppische 25 km die Lissabon von Sintra trennt.

Am Bahnhof Sintra angekommen war ich hin und weg von dem süßen Gebäude, dessen Inneres durch wunderschöne Fliesen von 1887 dekoriert wurde. Ich bahnte mir einen Weg hinaus und kam nach ein paar Metern die Straße hinauf an der Bushaltestelle für den Bus 435 an. Mit jenem konnte ich mein Ziel am einfachsten erreichen.

Lasst Euch nicht von links und rechts anquatschten, hier stehen viele Leute, die Euch eine Tour mit Ihrem eigenen Gefährt völlig überteuert verkaufen möchten. Nehmt die Busse, das ist am einfachsten und auch am kostengünstigsten!

Für 5 Euro kaufte ich mir ein Tagesticket für die Route der 435. Jene beinhaltet das Quinta da Regaleira, den Palácio de Seteais und den Palácio de Monserrat.

Die meisten Touristen nehmen allerdings die Buslinie 434, welche die Circuito da Pena fährt. Jene bringt Euch vom Bahnhof Sintra zuerst zum Palácio Nacional de Sinatra, dann zum Castelo dos Moors und zum Palácio Nacional da Pena. Kauft Euch da das Hop-On-Hop-Off-Ticket für die gesamte Route für 6,90€, die lohnt sich schon ab zwei Ausstiegen.

Beide Busse fahren jeweils nur in eine Richtung, da die Straßen so eng gebaut sind. Aber die Endpunkte sind immer auch die Startpunkte, nämlich der Bahnhof Sintra.

Ich bin direkt beim Quinta da Regaleira ausgestiegen, denn auf diese Attraktion hatte ich mich am meisten gefreut! Hier gab es den berühmten Poco Initiatico, ein „Brunnen“, der niemals Wasser führte und eigentlich ein unterirdischer Turm mit Ausgängen auf mehreren Ebenen ist. Schon so viele Bilder hatte ich von diesem Mysterium im Internet gesehen und brannte darauf, es mit eigenen Augen zu sehen! Der Eintritt kostete mich 8€.

Das Anwesen zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO und besteht aus einem Palast, einer kleinen Kapelle, sowie einem 4 Hektar großen Park mit Brücken und mysteriösen, unterirdischen Tunnelsystemen. Ich inspizierte die gesamte Außenanlage, kam immer mal wieder an einem Ende an, wo der Zaun die Anlage von Außen abschirmte und fühlte mich ein bisschen wie in einem Computerspiel, in dem ich mir die exotische Umgebung nach Lust und Laune ansehen durfte, bis ich an die Grenze der Spielkarte stieß. Nach 1,5 Stunden Suche fand ich endlich mein Ziel: Den Poco Initiatico-übersetzt der Initiation zum Himmel!

Und es war ein atemberaubender Ort, wie gebannt starrte ich nach unten und genoss den verwunschenen Anblick. Eine Treppe führte nach unten hinein und immer wieder machte ich Halt, um mit meiner Kamera ein Foto gen Himmel oder in die Tiefe zu machen. Unten angekommen war meine Faszination noch nicht gestillt, denn lange Tunnelwege führten mich durch dunkle, tropfende Gänge und ich fühlte mich in eine Zeit zurückversetzt, in der die Tempelritter hier düstere Machenschaften trieben. Tatsächlich gab es sogar Teile des Tunnels, in der meterweit kein einziges Licht brannte und ich meine Handy-Taschenlampe nutzen musste, um geduckt durch Spinnweben und Co. kriechend wieder ans Tageslicht zu finden.

Ein wirklich einzigartiger Ort ganz nach meinem Geschmack, etwas urzeitlich, verwunschen und geheimnisvoll. Ich glaube insgesamt 4 Stunden in dem Park verbracht zu haben, um wirklich alles gesehen zu haben. Danach war ich wirklich völlig am Ende, denn nicht selten, ging es weit bergauf oder hunderte Stufen treppauf. Zum Schluss setzte ich mich in das Restaurant der Kapelle, mit Blick auf den wunderschönen Palast und gönnte mir eine Weißweinschorle.

So ist mein neues Blog Profilbild entstanden!

Gerne wäre ich noch zu den anderen Schlössern gefahren, aber mein Geld reichte nicht für die Eintrittsgelder der anderen Anwesen aus, schließlich hatte ich nur noch 30€ in der Tasche und musste sehen, wie ich in den nächsten Tagen nach Hause kam. Ich lief schließlich zu Fuß wieder ins Tal und kam an vielen wunderschönen Gebäuden vorbei, die abgelichtet den Weg auf meine SD Karte fanden.

Wenn Ihr wissen wollt, wie meine Interrailreise weiter ging, kommt Ihr hier zu meinem Lissabon-Eintrag.

Dane fürs Lesen! Eure Jasmineistraveling


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